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Bananenblüten und Riesenschildkröten

Genug ausgeruht, wir brauchen wieder etwas Abenteuerliches. Mit einem beängstigend wackligen Boot (den Krokodilen, die sich am Ufer in der Sonne räkeln, läuft bereits das Wasser im Mund zusammen) werden wir und einige andere über den Kinabatangan River zu einem Wildlife-Camp gebracht. Mitten in der Wildnis leben wir dort drei Tage lang zwischen Orang Utans, Nasenaffen und Gibbons. Wir wachen auf vom Trällern exotischer Vögel und frühstücken, während die niedlichen Makakenaffen über unseren Köpfen in den Baumkronen herumturnen. Möglichst leise stapfen wir nachts durch knietiefen Matsch, um die träumenden Eulen nicht zu wecken und haben nach anstrengenden Unternehmungen zwar keine Dusche, dafür aber immerhin den mehr oder weniger säubernden Fluss als Erfrischung ;)

Wer glaubt, wir hätten nach diesem Erlebnis die Naturwunder Sabahs vollkommen ausgekostet, der vergisst, dass nicht nur das Land mit seiner Tier- und Pflanzenvielfalt glänzen kann. Etwas weiter im Süden des Landes gibt es eine winzige Insel namens Mabul, auf der man ganz wunderbar schnorcheln kann. Allein schon die kleinen Stelzhütten, in denen man untergebracht ist und stets das Meeresrauschen unter dem Fußboden hört, sind herrlich erholsam. Taucht man ein in das angenehm erfrischende Nass, hat man nicht nur jede Menge Wasser um sich, sondern befindet sich auch in einer völlig anderen Welt voller neuer Farben und Formen: Kantige Korallen bilden einen farbigen Kontrast zu den Anemonen, die sich im Strom des Meeres wiegen, Feuerfische mit zerrupften Flossen suchen sich düster-schattige Plätze, knallgelbe kleine Boxfische verstecken sich schüchtern hinter Steinen und der skurrile Anblick der Seepferdchenfische zaubert einem ein Schmunzeln ins Gesicht. Die imposantesten Unterwassertiere sind aber wohl die riesigen Schildkröten, von deren tiefdunklen Augen eine angenehme Ruhe ausgeht. Wir bewegen uns langsam, versuchen ebenso  anmutig durchs Wasser zu gleiten, folgen der Schildkröte leise, tauchen mit ihr hinunter ins tiefe Blau und fühlen uns so schwerelos, als würden wir fliegen… das Gefühl ist atemberaubend.

Nach drei Tagen Mabul steht erstmal eine knallharte 8-Stunden-Autofahrt zurück nach Kota Kinabalu an, wo wir allerdings nur eine Nacht bleiben. Unsere letzten zwei Tage in Sabah verbringen wir nämlich in einem Homestay, das heißt wir wohnen bei Einheimischen, um den malaysischen Alltag hier ein bisschen besser kennen zu lernen. Wir ernten im Garten fleißig Mangos, Kokosnüsse und exotische Pflanzen, von denen wir noch nie vorher gehört haben. Wir füttern Fische im Fluss, wandern durch den Wald zu Wasserfällen, pflanzen Bäume, werden in traditionelle Kostüme gesteckt und lernen, wie man Kautschukbäume aufritzen muss, damit das Kautschukkonzentrat herausquillt. Am letzten Abend in Sabah kochen wir alle gemeinsam. Nein, keinen Sauerbraten mit Klößen, sondern ganz typisch malaysisch.  Man nehme also: 1 frische Kokosnuss (aus dem Garten), ½  Ingwerknolle, 1 Handvoll exotische Früchte, 1 Bananenblüte (ebenfalls aus dem Garten), 1 Eimer voller Süßkartoffelblätter, 1 Prise Currypulver und einige Chilischoten. Das Ergebnis: Superlecker. Und wir wissen jetzt, wie man Kokosnussmilch selber macht, dass man Süßkartoffelblätter hunderttausendmal waschen muss, damit man das bittere Chlorophyll nicht mehr schmeckt und was man alles von einer Bananenblüte essen kann.

Ohja, Sabah hat uns vieles gezeigt, was wir vorher nicht kannten und konnten und so fällt es uns trotz Vorfreude auf Downunder schon ein bisschen schwer, das Land wieder zu verlassen. Mach‘s gut Sabah, du Land der Wärme, Land der Exotik, Land der Farben… Land unter dem Wind.

2 Comments

  1. Dubai

    Kamer, du fehlst hier! Kerwa is!

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