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Frühlingsgefühle und Kleiderwechsel

Es ist kalt. Als wir in Melbourne aus dem Flugzeug steigen, ist das das erste, was uns auffällt. Es ist furchtbarschrecklicheisigkalt. Gut, das ist natürlich subjektiv gesehen und eventuell auch ein kleines bisschen übertrieben, aber nach zwei Monaten Sonnenschein empfindet man das einfach so.

Beim Grillen mit Maysie, Meiling (bei denen wir für eine Weile wohnen) und einigen Freunden in einem nahegelegenen Park fällt es uns dann allerdings nicht mehr so schwer, den eisigen Wind zu ignorieren. Die Wiesen leuchten in einem satten Grün, ein riesiger Damm wirft etwas Schatten auf die Farnbäume, knallbunte Vögel flattern umher und alles blüht und duftet. Es wird Frühling in Melbourne. Und nicht nur wegen der viele Blumen ist die Stadt bunt wie eine Malerpalette. Es gibt hier die unterschiedlichsten Leute: Große, kleine, alte, junge, schicke, langweilige oder extravagante. Möchte man Alternativität erleben, findet man in Fitzroy einen Vintagestore neben dem andern und auch junge Designer, Bastler oder Sammler fühlen sich hier sicher wohl. Interessiert man sich für Kunst und Unterhaltung der verrückten Art, geht man einfach auf eine Veranstaltung des Fringe-Festivals, wo alte Männer in viel zu engen schwarzen Höschen Lieder von Beyoncé grölen. Ist man sportbegeistert, dann besucht man die Stadt am besten zum Footballfinale, denn selbst bei Regen feuert absolut jeder Melbourner seine Favoriten an, sei es bei einem Public Viewing, Zuhause oder sogar im Stadion. Und liebt man Tiere, läuft man einfach durch einen der Parks, in denen Kängurus in Scharen herumhüpfen.

Mit dem Charme von Paris, der Eleganz Singapurs und der Gelassenheit von Amsterdam schafft sich Melbourne sein ganz eigenes Flair. Und ja, Melbourne ist verrückt. Aber auf eine sympathische Art und Weise.

Nachdem wir nach langer, anstrengender Suche endlich einen alten Campervan gekauft haben, starten wir unsere Reise entlang der Great Ocean Road. Dank unserem Bett und einer, den Umständen entsprechend, wirklich sehr komfortablen Küche im Auto müssen wir uns keine Sorgen um Schlafmöglichkeiten und Essen machen und können die Fahrt mit wunderschönen Ausblicken genießen. Da fahren wir also so vor uns hin und kommen aus dem Staunen gar nicht raus. „Wie einfach fast niemand hier an dem Strand ist. Wenn ich surfen könnte, würd ich hier surfen gehen.“, „Anhalten, anhalteeen, da sitzt ein Koala auf dem Baum!“, „Schau mal die ganzen Wildblumenteppiche links an!“, „Wow, siehst du die Riesenschafe?… Oh, sind weiße Kühe.“ So oder so ähnlich sind unsere Gespräche während der Fahrt :) Wenn es uns irgendwo besonders gut gefällt, halten wir an und kochen mitten in der Natur unser Abendessen. Es gibt keine Ziele, der Weg ist unser Ziel.

In Adelaide – das, nebenbei bemerkt, eine sonnige, gemütliche, leider etwas zu geordnete Stadt und kleiner als erwartet ist – wohnen wir zwei Tage bei einem Couchsurfer. Irgendwo muss man sich ja schließlich auch mal waschen ;) Wir bereiten uns dort fleißig auf unsere Weiterreise vor… das Outback ruft!

2 Comments

  1. Waltraud

    Hallo Jonas und Jana,
    eure Bilder sind ja fantastisch :) wir freuen uns schon sher auf den nächsten block und hoffen euch geht es gut.
    Liebe aus Buttenheim

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