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Wüstensand und Abendröte

Es war einmal vor langer, langer Zeit, als es noch nichts auf der Erde gab. Kein Wasser, keine Pflanzen, keine Tiere, Nichts. Da kroch die Regenbogenschlange unter der Erdkruste hervor und schlängelte sich über die trockene Erde. Weil sie es so langweilig alleine fand, weckte sie die Frösche unter der Erde und kitzelte ihre dicken Bäuche. Die Frösche mussten lachen und das Wasser, das dabei aus ihren Mündern kam, floss in die Spuren der Regenbogenschlange und bildete so Flüsse und Meere. Das war der Beginn allen Lebens auf Erden. Nachdem die Regenbogenschlange ihre Aufgabe erfüllt hatte, rollte sie sich zusammen und wurde zu Stein. Zumindest glauben das die Aborigines, die heute statt sich zu bemalen leider größtenteils lieber vor Supermärkten herumlungern, die Bierflasche in der einen, die Kippe in der andern Hand.

Rot leuchtende Erde, kahle Bäume, vereinzelte Sträucher, brennend heiße Sonne und eine gigantische Sternenkuppel in der Nacht  kennzeichnen die Landschaft, durch die sich endlos lange Straßen ziehen. Emus schreiten durchs vertrocknete Gras, Echsen recken neugierig ihre Köpfe und Viehgerippe zieren den Wegrand.

Trotz wenig Abwechslung gibt es einzelne Phänomene. Neben der Straße liegen zum Beispiel mitten im Nirgendwo knallgelbe Zitronen. Als wir die Zitronen einsammeln wollen (kann man ja immer mal brauchen), stellen wir fest, dass es kleine Kürbisse sind. Als wir die Kürbisse öffnen, sagt uns der Geruch, dass es sich um Melonen handelt. Als wir die Melonen probieren, sind sie ekelhaft bitter. Sehr seltsam. Auch sehr skurril sehen die ganzen Kängurus aus, die man überall sieht. Geht man näher heran, erkennt man, dass es Felsen sind. Geht man noch näher hin, wird klar, dass es sich um riesige Ameisenhügel handelt. Ganz schön fleißig hier, die Ameisen. Was auch noch komisch ist: Was macht ein riesiger See mitten im Outback? Mit Sicherheit nur eine der zahlreichen Wasser-Fata-Morganas, die hier regelmäßig in Nähe des Horizonts auftauchen. Denken wir. Bis wir den See betreten und feststellen, dass er durch und durch aus Salz besteht. Und da gibt’s wirklich noch Leute, die für Salz Geld ausgeben, wo’s doch hier so viel umsonst gibt :)

 

Die endlose Straße führt uns außer zu Nichts auch zu einigen Dörfchen. Zum Beispiel nach Coober Pedy, wo die Hälfte der Einwohner unter der Erde wohnt und quasi jeder Opale verkauft. Oder nach Oodnadatta, wo sich das grell pinke Roadhouse eindeutig von den ganzen Erdtönen abhebt. Wir umrunden den Uluru (der im Übrigen die oben erwähnte zu Stein gewordene Regenbogenschlange ist) bei beißender Mittagshitze, betrachten ihn aus der Ferne bei Sonnenuntergang und stehen früh auf, um die ersten Sonnenstrahlen zwischen den Steinköpfen der Kata Tjuta hindurch scheinen zu sehen. Mit Gerben aus Holland und Rafy aus Frankreich erkunden wir außerdem den Kings Canyon mit seinen rostroten Felstreppen, der amphitheaterähnlichen Kulisse und den schwindelerregenden Schluchten und runden unsere Besichtigungstouren im Outback mit einem Bad in den eiskalten Wasserlöchern der MacDonell Ranges ab.

Durch die staubige Wüstenstadt Alice Springs fahren wir weiter Richtung Norden, vorbei an den Devil’s Marbles, gigantische steinerne Murmelfelsen, die der scheinbar sehr verspielte australische Teufel hier verstreut hat. Kurz danach biegen wir nach rechts ab (ein erwähnenswerter weil äußerst seltener Verlauf der monoton geradlinigen Strecke) und folgen der Straße bis sich die rote Erde braun färbt, die Büsche grün werden und die Bäume blühen. Wir hinterlassen dem Outback nichts als ein paar Fußspuren im staubigen Sand und nehmen jede Menge Eindrücke einer bisher vollkommen unbekannten Landschaft mit. Ein Ort für Abenteurer, für Einsamkeit Liebende und für Durchreisende wie uns, die gleich die nächste Gegend erkunden: Die Tropen Australiens.

3 Comments

  1. christine Schuler

    Hi, ihr zwei Weltenbummler,
    als ich gerade (nach meinen qualvollen Pilates-Übungen) eure toll geschriebenen Zeilen über die Wüste, Salzmengen und Aboridgines las, hatte ich voll Lust, hier alles liegen und stehen zu lassen und sofort zu euch zu kommen(- was euch- ist mir schon klar- weniger erfreuen würde).
    Ja, ich freue mich, dass ihr so tolle Sachen erlebt, die ihr dann sicher für immer in Erinnerung haben werdet. …Trotzdem…ich vermisse euch hier daheim! Mama

  2. Schuler Christine

    Hey, beim genaueren Hinsehen konnte ich nun Jonas´s neues Outfit als Hippie erkennen. Voll cool echt! Das steht dir total! Außerdem finde ich das Foto von euch zwischen den roten Murmelfelsen super. Bei dem schwarz-weiß-Foto von Jonas mit nacktem Oberkörper und den Hosenträgern hast du, Maus, sicher nachgeholfen, dass die Hose gar so tief sitzt- stimmts? Ohne Zweifel neckisch !

    • Jana

      Dass dir das aufgefallen ist :) Und ja klar, ich helf immer bissl nach, wie hier bei der hose, es soll dem besucher ja auch ordentlich was geboten werden ;)

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