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Palmendach und Sonnenbäder

Es blüht, es zwitschert, es trällert und es lebt. Die Flora und die Fauna hier leben. Keine abgestorbenen Bäume mehr, keine Knochengerippe, dafür tropisches Wachstum im Überschuss. Der Vegetationswechsel vom Outback zu der Tropenregion im Norden der Ostküste ist extrem und wer hier in den Atherton Tablelands am Fuße eines Wasserfalls schwimmen will, muss nicht lange suchen. Du hörst das Plätschern, während du auf schmalen Wegen durch den Regenwald läufst  und kannst es kaum erwarten, dich ins kalte Wasser zu stürzen. Wenn du der Stelle näher kommst, an der die Wassermassen auf die Oberfläche prallen und dann nach oben schaust, siehst du genau, wie gewaltig die Natur ist und wie gut es sich anfühlt, sie hautnah zu erleben.

Nicht nur die Wasserfälle sind gigantisch, wir sind auch sprachlos, wie umfangreich das Wurzelwerk eines Feigenbaums sein kann. Meterlang hängen die Wurzeln wie ein Vorhang herab, damit der Baum der Sonne so nah wie möglich und trotzdem fest in der Erde verankert sein kann.

Nach den Atherton Tablelands fahren wir weiter nördlich zum Cape Tribulation, „where the reef meets the rainforest“, wie die Reisebroschüren so schön versprechen. Und es ist wirklich traumhaft, wie die weißen Sandstrände von wildem Regenwald gesäumt sind, den man auf Trampelpfaden durchqueren kann. Ja, durchqueren trifft‘s ganz gut. Es ist doch wesentlich abenteuerlicher, sich nur an platt getretenen Blättern und einer Schnur zu orientieren, als sicher auf den Holzwegen alles mit Distanz zu betrachten. Es gibt unglaublich viele verschiedene Palmarten, die ein dichtes Blätterdach bilden, jede Menge Lianen und natürlich auch einige Schlangen und andere Reptilien.

Die darauffolgenden Tage entspannen wir uns erstmal ein wenig, werden aber trotzdem rund um die Uhr von unserem etwas älteren Campnachbar Bryan unterhalten, der in regelmäßigen Abständen Spielzeug, Putzutensilien, Essen oder diverse Masken anschleppt, während seine Musikboxen den kompletten Platz mit Countrysongs beschallen… :D

Auf dem Weg nach Cairns legen wir einen relativ kurzen Stopp in Port Douglas ein, wo wir zwar die Palmen und das klare blaue Wasser genießen, allerdings mit dem viel zu schicken Urlaubsort und seinen ganzen Souvenirshops wenig anfangen können. Da gefällt uns Cairns schon besser: Eine kostenlose Lagune direkt am Strand, die schöne Promenade, an der alle ohne Hektik entlangschlendern und die sonnige Innenstadt, die leider nur etwas zu sehr vom Tourismus lebt. Auf einem Schiff geht es dann für einen Tag raus ans Great Barrier Reef, dessen Unterwasserwelt nur so von riesigen schillernden Regenbogenfischen, blauen Seesternen, kleinen Haien und den unterschiedlichsten Korallen wimmelt. Ausnahmsweise schnorcheln wir nicht nur, sondern dürfen den Meeresbewohnern dank Taucherausrüstung endlich auch mal auf Augenhöhe begegnen. Was für ein unglaublich atemberaubendes Gefühl (natürlich nicht wortwörtlich gemeint). Achja, erwähnenswert ist auf jeden Fall auch noch, dass wir den Nemo gesehen haben, den echten. Mit Anemone und allem drum und dran :)

An den Stränden rund um Cairns machen wir dann noch ein bisschen das, was man so bei einem Urlaub am Meer macht: In der Sonne liegen, uns von Wellen treiben lassen, Sandkuchen bauen und Muscheln sammeln. Das Leben genießen eben… :)

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