nsw-482 © 2012 Jonas. All rights reserved.

Wellengewalt und Eukalyptusklänge

Neujahr. Daniel fliegt von Eggolsheim nach Australien, um uns für zwei Wochen zu besuchen. Zu dritt quetschen wir uns in unseren Van und fahren von Brisbane nach Sydney.

In der brisbaner Innenstadt, in der sich alte Gebäude neben den größtenteils modernen Bauten beweisen, geht es gemütlich zu. Wir schlendern durch den botanischen Garten und einige andere Parks, grüßen Echsen, die sich in der Mittagssonne bräunen und erfrischen uns in der überfüllten Lagune. Das Museum of Contemporary Art bietet eine verrückte Abwechslung zum braven Stadtleben: Zimmer, die wie Fliegenpilze aussehen, ein möblierter Raum von oben bis unten voll mit bunten Punkten und eine wunderschön-kitschige Miniaturlandschaft aus rosa Zucker (leider nur zum Anschauen).

Nach Brisbane gibt’s ein paar Tage Luxus für uns. Karl-Heinz und Joe (Freunde von Jonas‘ Tante) laden uns in ihre Villa in einem schicken Viertel an der Sunshine Coast ein und wir können gemütlich im Pool baden, während die zwei richtig gutes deutsches Essen für uns vorbereiten. Mjam. Dann ist Dreikönig und ich hab Geburtstag :) Den feiern wir in Nimbin, das man über schmale kurvige Straßen erreicht und das wohl der Innbegriff eines Hippiedorfes ist. Kleine, bunt bemalte Läden, gemütliche Cafes und barfußlaufende Langhaarige. Zum Übernachten gibt’s gleich ums Eck einen verwilderten Nationalpark , wo es ein Geburtstagspicknick und zum Abschluss ein Geburtstagslagerfeuer gibt. *

Nachdem man Nimbin gesehen hat, ist man vielleicht etwas enttäuscht von Byron Bay, weil alle immer sagen, dass der Lebensstil dort so alternativ ist. Ist er aber nicht, nicht so sehr wie in Nimbin zumindest. Was die Surferstadt mit dem wundervoll blauen Meer aber unvergesslich für uns macht, sind die Digeridoos, die wir dort selbermachen. Richtige Didgeridoos, aus Eukalyptusästen, die von Termiten ausgehöhlt und von Aborigines gesammelt wurden. Und es ist verdammt harte Arbeit, die ganze Rinde und die äußeren Holzschichten zu entfernen. Mit Blasen an den Händen pusten wir schließlich in unsere fertigen Didgeridoos. Allerdings müssen wir noch ein bisschen üben, bevor wir unser erstes Konzert geben können :)

Nicht nur der relaxte Lebensstil an den Küsten New South Wales‘ ist umwerfend, auch die meterhohen Wellen hauen uns um. Du versuchst  vor der Welle wegzurennen, doch sie zieht dich zu sich hin, überflutet dich, wirbelt dich herum, bis du nicht mehr weißt wo oben und unten ist. Nachdem du über den rauen Sand geschlittert bist und Salzwasser geschluckt hast, rappelst du dich langsam wieder auf und rennst ins Meer hinein, um gleich wieder von der nächsten Welle an Land gespült zu werden. Es ist wie eine Wasserachterbahn… nur noch spannender, weil du nicht weißt, was als nächstes passiert.

Unser letzter Stop vor Sydney ist Newcastle. Etwas altmodisch, teils auf sympathische, teils auf unangenehme Art und Weise. Aber es ist ganz entspannend und gibt uns nochmal die Möglichkeit, ganz gemütlich durch eine nicht allzu viel besuchte Stadt zu schlendern, bevor wir nach Sydney kommen…

*Kleine Ergänzung: Daniel sieht hier sein erstes Känguru in Australien. Das ist eigentlich nicht besonders, weils ja so viele Kängurus gibt, aber man sollte es vielleicht doch erwähnen.

Schreib einen Kommentar