nsw-673 © 2012 Jonas. All rights reserved.

Städtebummel und Duftberge

„Syyyydneyyyy!“ (festlich und mehrstimmig gesungen).  Wir sind da. In der Stadt mit einem der schönsten Gebäude der Welt, einer unverkennbaren Skyline und einem unglaublich hohen Baknntheitsgrad.

Das Opernhaus hebt sich wie eine wundervolle, weiß strahlende Riesenmuschel von den hohen Gebäuden der Innenstadt  ab und die Harbour Bridge wird zu jeder Tages- und Nachtzeit von Touristen aus aller Welt bildlich festgehalten, wobei Selbstportraits mit gekünsteltem Grinsen und der Brücke im Hintergrund besonders angesagt zu sein scheinen. Die stets beschäftigte Stadtmitte ist aber nicht das einzig besondere an Sydney. „Die Stadt der Dörfer“ hat mit lauter unterschiedlichen Vierteln nämlich noch einiges mehr zu bieten. Da gibt es Paddington mit kleinen schicken Boutiken, Newtown mit tausenden von Vintageläden und schnuckeligen Cafés, The Rocks mit altertümlichen Gebäuden und einem winzigen Laden mit Einrichtung und Produkten wie Anfang des 20. Jahrhunderts, Kings Cross, in dem das Rotlichtmilieu seinen Platz gefunden hat und noch vieles mehr. Wenn es Abend wird in der Fashionmetropole, putzen sich alle Mädels fein heraus, tragen knappe Kleider und Schuhe mit unglaublich hohen Absätzen. Bitte, wie soll man da denn noch erkennen, wer Nutte und wer einfach nur aufgetakelt ist? Nichtsdestotrotz ist die Stadt mit ihrem unvergleichbaren Facettenreichtum liebens- und auf jeden Fall besuchenswert.

Westlich von Sydney erstrecken sich die Blue Mountains (die übrigens wegen dem hohen Eukalyptusbaumanteil bläulich schimmern… und gut riechen ;) ), in denen wir in den darauffolgenden Tagen an Klippen entlangwandern, Kängurus beobachten, Lagerfeuer schüren, steile Felstreppen besteigen und die stille, unberührte Natur genießen…

Still und unberührt ist auch unser nächstes Ziel, allerdings nicht wirklich im positiven Sinne. Canberra ist so unbelebt und unbewegt, wie man es von einer Hauptstadt nie erwarten würde. Entstanden aus dem typischen „Wenn-zwei-sich-streiten-freut-sich-der-Dritte-Streit“ zwischen Melbourne und Sydney, schafft es die Inlandsstadt irgendwie nicht so richtig, sich selbst in Szene zu setzen. Es gibt einige schöne Museen, eine nicht ungemütliche Fußgängerzone und das Parlamentshaus; allerdings haben wir nach einem Tag so ziemlich alles gesehen, was es zu sehen gibt und fahren weiter nach Melbourne – wo wir unsere Australienreise gestartet haben und auch wieder beenden.

Unser Auto verkauft sich schneller als gedacht und irgendwie ist die Zeit in dem riesigen Land, an dessen Sitten, Menschen und Landschaft wir uns schon so gewöhnt haben, auch fast rum. Wir verbringen unsere letzten zwei Wochen an zwei Couchsurferorten: Zuerst sind wir bei Yehudit und ihrem Sohn Josh, die mit ihrem alternativen Hippielebensstil und ihrer offenen Art gleich zu richtig guten Freunden werden, mit uns kochen, uns auf verrückte Geburtstagspartys einladen und uns zu versteckten Märkten führen. Danach wohnen wir ein paar Tage bei Kate, ihren Mitbewohner und ihren ganzen Freunde, dank denen wir unsere letzten Australientage im schönsten Viertel Melbournes verbringen können – Fitzroy. Wir werden sie schon vermissen, die ganzen verrückten Leute, die wir so gern hatten und die uns versprechen, vielleicht eines Tages mal nach Deutschland zu kommen.

Für uns geht es dann auch schon zum Flughafen und damit langsam in Richtung Heimat… allerdings noch nicht heim ;)

Schreib einen Kommentar