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Bambusdörfer und Dickhäuter

Wenn man an Thailand denkt, fallen einem vielleicht ein paar wesentliche Dinge ein. Strände, Tempel, Reisfelder, Mönche… und Elefanten. Die grauen Riesen spielen in Religion und Kultur der Thailänder eine wichtige Rolle und wer wünscht sich nicht, das größte Landtier einmal von nah zu sehen, anzufassen und am besten noch zu reiten .

Wir fahren also nach Lampang zum Elephant Conservation Centre, der netterweise von der Regierung unterstützt wird und somit auch als einer der wenigen Orte gilt, wo die Tiere gut behandelt werden. Die Elefanten haben hier nämlich Gott sei Dank mindestens eine eineinhalb Meter lange Kette,  somit also genug Auslauf, und verhalten sich auch ansonsten absolut natürlich: Sie malen Bilder von Blumensträußen, spielen Xylophon, tragen Touristen auf ihrem Rückensitz herum und machen einen höflichen Knicks zur Begrüßung der Zuschauer. Macht ihnen bestimmt Spaß. All diese tollen Dinge sind übrigens auch nur möglich, weil die Elefanten schon im Kindheitsalter brutal von ihrer Mutter getrennt werden und zunächst einer traditionellen Zeremonie unterzogen werden, bei der sie drei Tage lang in einen viel zu engen Käfig gequetscht und mit Spießen blutig gestochen werden. Mann, das ist doch genau das, was man unter guter Behandlung versteht. Die thailändische Regierung hat echt einen guten Sinn für Humor.

Ziemlich schockiert von diesem ach so tierfreundlichen Ort (wie muss es dann erst an den anderen Orten zugehen, die Elefantenritte anbieten) suchen wir nach etwas, das wirklich nach Freiheit klingt und finden den sogenannten Elefant Heaven. Keine Ketten, keine Haken, keine Shows, kein Reiten. Dafür ein großer Naturpark mit jeder Menge Platz. Hört sich gut an… und ist es auch. Wir kommen mit dem Füttern kaum nach, weil die verfressenen Riesen einfach so unglaublich viel essen, berühren vorsichtig die faltige graue Haut und beobachten kleine Elefanten dabei, wie sie sich von oben bis unten im Schlamm wälzen, nachdem wir sie zuvor extra gründlich im Fluss gewaschen hatten ;) Es ist wirklich ein wundervoller Tag.

Weiter geht’s für uns auf eine zweitägige Trekkingtour in der Berglandschaft um Chiang Rai. Stundenlang führt uns unser Guide bergauf, bergab, bergauf, bergab und bergauf. Man sieht ab und an jemanden Bananenblätter schneiden, Fische fangen oder Bambushütten bauen und von Zeit zu Zeit ist auch irgendwo mal ein kleines Bergdorf. In einem dieser Bergdörfer (das Heimatdorf unseres Guides) verbringen wir auch die Nacht. Geschlafen wird in einer spartanische Bambushütte mitten in den Bergen, mit nichts weiter als zwei Matten und Decken für uns. Das allgemeine Dorfbadezimmer ist ein kleines Backsteinhaus mit einem Wasserschlauch als Dusche und so etwas wie einem Klo, es gibt hier und da etwas Solarstrom, viele Hühner und Schweine, die unter den Häusern leben und ansonsten gibt es nicht sonderlich viel. Aber es reicht für die Leute, die mit ihrer simplen, traditionellen Lebensweise auch heute noch zufrieden sind. Ganz traditionell essen wir dann auch am nächsten Tag zu Mittag: Aus Bambus werden Schüsseln, Stäbchen und ein Topf gemacht, in dem wir unsere Nudel-Farn-Suppe kochen. Einfach, aber gut :)

Zum Abschluss des Nordens fahren wir mit dem Roller noch zwei Tage nach Pai, ein kleiner Ort, in dem sich viele Künstler und Musiker gesammelt haben und in dem man sich in einem Bungalow wunderbar entspannen und in den Tag hineinleben kann.

Der Nachtbus bringt uns dann zurück nach Bangkok. Wir genießen noch ein bisschen das Chaos der Stadt und packen unsere Sachen auch schon wieder für unseren fünfstündigen Flug zu unserem letzten und vielleicht interessantesten Ziel auf unserer Reise…

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