unbenannt-715 © 2011 Jonas. All rights reserved.

Blauverläufe und Schachtelhäuser

Unsere nächste Anlaufstelle hat wieder einiges zu bieten, was Meerwasser und Sandkörnung betrifft. Immerhin gilt der Strand in Boracay als einer der schönsten auf der Welt. Dementsprechend sieht das Wasser auch aus, als hätte jemand mit Pinsel und Aquarellfarben alle möglichen Blautöne ausprobiert und letztendlich einen fließenden Übergang von zartem Himmelblau bis hin zu kräftigem Dunkeltürkis geschaffen. Dass sowas ankommt, wissen natürlich auch die ganzen Straßenhändler, die einen mehr oder weniger permanent verfolgen. Wer hier nicht Nein sagen kann, der kommt mit mindestens 13 original Ray Ban Sonnenbrillen, 7 original Swatchuhren und ungefähr 25 Schnorchel- Inselhopping- oder Divingausflügen nach Hause. Wir ersparen uns das Ganze, basteln ein Schild mit „No, thank you :)“ und ernten immerhin einige Schmunzler.

Um dem Trubel etwas zu entkommen, laufen wir in den folgenden Tagen auf die andere Seite der Insel zu einer von einheimischen Jugendlichen selbstgebauten, absolut liebevoll und kreativ gestalteten und noch ziemlich unentdeckten Bar und spielen Basketball mit einigen Philippinos, die netterweise zuvor die tiefen Pfützen auf dem Platz mit Schotter beseitigen :)

Zurück in Cebu holt uns das Stadtleben wieder ein. Das ganze Geschehen findet quasi direkt an der Straße statt, überall laufen bettelnde, abgemagerte Kinder herum und die Häuser sehen aus, als hätte jemand viele bunte Schuhkartons unordentlich übereinander gestapelt. Zwischen einer philippinischen Großstadt und einer deutschen liegen also nicht nur im Bezug auf die Entfernung Welten. Die Kulisse wandelt sich extrem, wenn man ein paar Stunden in umliegende Dörfer fährt: Holprige Wege führen durch den Wald und zu einigen Wasserfällen, von denen man sogar runterspringen kann. Am besten nicht auf die Höhe achten, Augen zu und durch.

Nachdem wir auch die Universität in Cebu kennengelernt haben, gibt es am letzten Tag ein großes Abschlussfest mit der philippinischen Großfamilie (Sallys Vater und ihre Geschwister mit Kindern) am Strand. Abends beschließen wir unseren Aufenthalt mit jeder Menge Rum, Gelächter und Gesang (genauere Ausführungen vermeiden wir an dieser Stelle lieber ;)) und verlassen am Tag darauf die Philippinen mit einigen neuerworbenen Erkenntnissen:

1. Im Straßenverkehr: Wenn du überholst, jemandem die Vorfahrt nimmst, abbiegst, oder einfach gar nichts Besonderes machst, hup ganz laut! Wer nicht hupt, hat von Vornherein verloren. 2. Ebenfalls im Straßenverkehr: Was bei uns als Geisterfahrer gilt und als Eilmeldung im Radio kommt, ist hier vollkommen normal und ggf. kommst du so sogar schneller ans Ziel. 3. Wenn dich die Leute von allen Seiten anstarren, hast du nicht zwingend Spinat zwischen den Zähnen oder Essensreste im Gesicht. Es könnte an deiner Hautfarbe, Haarfarbe oder Größe liegen. 4. Hab immer und überall Klopapier (wahlweise Taschentücher, Zewa oder Servietten) dabei. Auch eine tragbare Klospülung (wahlweise ein Eimer Wasser) wäre oft sinnvoll. 5. Wunder dich über nichts und niemanden und genieß einfach die ganzen Unterschiede.

Für uns heißt es jetzt: Auf zu neuen Ufern, auf nach Malaysia und Singapur!

 

3 Comments

  1. Lukas d

    Hey, keine Ahnung ob du noch weist, wer ich bin, (ich bin der Lukas von Helgas 60.) Auf jeden Fall hab ich mich heute auf Barbaras Hochzeit mit deiner Mutter unterhalten, und die hat mir geraten eure Seite mal anzuschauen. Die Bilder sind wirklich genial! Macht weiter so, viel Spaß euch noch :)

    • Jana

      Leider etwas spät, aber ja, ich weiß natürlich noch wer du bist ;) Und freut mich, dass dir die Bilder gefallen! Vielleicht sieht man sich ja mal wieder, wenn ich zurück bin :)

  2. Carina H.

    boooaaaah die bilder sind der absolute hammer!!! danke für diesen augenschmaus! :) :) ich wünsche euch weiterhin so interessante erfahrungen!! liebe grüße

Schreib einen Kommentar